Ich beobachte die Berichterstattung im Öffentlich-Rechtlichen schon ein paar Jahre sehr kritisch.

Richard Petersen

Ingenieur Norddeutscher Rundfunk (NDR)

Der „Faktenfinder“ der „Tagesschau“ ist für mich ein guter Indikator dafür, welches Narrativ gerade wieder hochgehalten werden muss. Die von Herrn Gensing, Chef vom „Faktenfinder“, in seinen Artikeln benutzten Links sind nach meinen Recherchen zum sehr großen Teil Referenzen auf eigene Artikel. Verweise auf externe Quellen habe ich bei ihm eher selten gefunden… Es gibt in Deutschland zwar kein Wahrheitsministerium; aber es gibt den „Faktenfinder“ (tagesschau.de/faktenfinder) der „Tagesschau“, der für mein Gefühl ähnliche Aufgaben wahrnimmt.

Schon zu Beginn der Corona-Krise habe ich den „Faktenfinder“ so verstanden, dass er viele bis dahin namhaften Wissenschaftler, die eine andere Meinung vertreten als die „Experten“ der Regierung, als nicht vertrauenswürdig abstempelt. Durch mutmaßliche Hypothesen sollten deren Meinungen offenbar widerlegt werden. Ein von mir sehr geschätzter Ex-Blogger (blog.fdik.org) hat einmal den Begriff „Faktensucher, aber niemals -finder“ geprägt.

Am 20.05.2020 schrieb Julia Klaus im ZDF-Faktencheck ‚Was dran ist am Impfzwang-Geraune‘​ (zdf.de): „Prominente Verschwörungstheoretiker wie Ken Jebsen fürchten eine ‚Impfpflicht über die Hintertür‘​, wie er in einem über zwei Millionen Mal geklickten YouTube-Video sagt. Wer keinen Immunitätsausweis habe, könne an bestimmten Veranstaltungen nicht mehr teilnehmen, so die Befüchtung. [...] Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums vermutet hinter dem Online-Geraune [...] eine Agenda: ‚Es handelt sich um eine Kampagne, die in den Sozialen Medien losgetreten wurde, wo fälschlicherweise behauptet wurde, eine Impfpflicht wäre geplant.‘​“ Wer lag schlussendlich näher an der Warheit - Ken Jebsen oder der ZDF-Faktencheck?

Wolfgang Wodarg (wodarg.com) hatte 2009 in der NDR-Doku „Profiteure der Angst“ noch als Experte seinen Platz. Jetzt wird er diskreditiert. Dabei behauptete er in der Corona-Krise nichts anderes als in eben genannter NDR-Dokumentation. Anscheinend macht sich niemand die Mühe, die sehr kritischen Fragen der diskreditierten Wissenschaftler ernsthaft zu bearbeiten. Nach dem Motto: „Die Regierung wird's schon richten…“

Jahrelang hat die Politik behauptet, dass kein Geld für wichtige Projekte (Schulsanierungen, Gesundheitssystem etc.) vorhanden sei. In der „Pandemie“ ist jetzt aber scheinbar jede Menge Geld da, um dies den Pharmafirmen „in den Rachen zu werfen“.

Ende Februar 2022 schrieb der Vorstand der BKK Provita einen Brief u.a. an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), in der er auf eine statistische Auswertung der Patientendaten seiner Krankenkasse zum Thema Impfnebenwirkungen verwies (WELT, BKK Provita). Demnach wäre die Quote der Impfnebenwirkungen erheblich größer als vom PEI gemeldet. Anstatt darauf zu drängen, dass auch andere Krankenkassen einmal ihre Daten auf diesen Aspekt hin überprüfen sollten, wird der Überbringer dieser schlechten Nachricht von den Medien diskreditiert und vom eigenen Verwaltungsrat kurzfristig entlassen. Bei ARD Aktuell finde ich (außer zwei Blogeinträgen) nur einen Artikel auf der Webseite zu diesem Thema (tagesschau.de) und dieser diffamiert schon in der Überschrift: „Analyst steht ‚Querdenkern‘ nahe“. In der Tagesschau hat man gar nicht über die Analyse der BKK Provita berichtet.

Zurück